Rund um die Welt geht es gerade ziemlich rund, Kriege, Krisen, Katastrophen wo man hinschaut. Und bei Weitem zu viel, das Wichtigste in lustigen kleinen Blog-Kolumnen zu kommentieren. Dass die Schlagzahl meiner Postings in den letzten Monaten zurück gegangen ist, liegt somit nicht an mangelnden Themen und auch nicht daran, dass ich einfach nicht mehr hinschaue und das Interesse an Geopolitik, Großverschwörungen und Kleinbetrügereien verloren habe. Dem ist nicht so. Auch ist die Tube, aus der ich meinen Senf zum Zeitgeschehen gebe, nicht leer, sondern derzeit nur auf einer ganz anderen Baustelle im Großeinsatz. Und sie nach Feierabend nochmal zu drücken, um das weltpolitische Theater zu rezensieren, einfach to much. Zumal es sich bei dieser ganz anderen Baustelle um ein historisches Bauwerk handelt und wer bei seinem Tagwerk gerade in Athen im Jahr 426 BC unterwegs war, hat am Abend Mühe auf 2026 und die Clownshow mit Trump, Steinmeier, Sexpuppen und “unsere Demokratie” umzuschalten.
Zumal Letztere von den “alten Griechen” und ihrer direkte Demokratie noch lernen könnte. Und zum Beispiel den Ostrakismos, das Scherbengericht, übernehmen, eine Volksabstimmung, bei der einmal im Jahr über die Verbannung von Amtsträgern, Oligarchen und Militärführern entschieden werden konnte, die sich als inkompetent erwiesen oder als Strippenzieher zu viel Einfluss gewonnen hatten und das Gemeinwohl schädigten. Sie wurden nicht bestraft, konnten ihr Geld und ihren Besitz behalten, durften sich aber in öffentliche Angelegenheiten nicht mehr einmischen und mussten für fünf oder für zehn Jahre aus der Stadt verschwinden. Jeder Wahlberechtigte konnte Kandidaten benennen, als Stimmzettel bei der Abstimmung dienten Tonscherben, in die der Name gekratzt wurde. Einst stand auch Perikles` Verbannung zur Abstimmung, doch das Wahlvolk war klug genug, den Großstrategen zu behalten. Und hätte man “Gesundheits”-und Impf-Strippenzieher wie Bill Gates zum Beispiel rechtzeitig verbannt, hätte es die die “Pandemie” wahrscheinlich nicht gegeben. Nicht nur deshalb wäre so ein Ostrakismos für “unsere Demokratie” wahrscheinlich noch heute ein brauchbares Instrument.
Aber auf der Baustelle, an der ich werkele, geht es nicht um ein politisches Sachbuch und Demokratie-Analysen, sondern um einen Roman, der in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts spielt – “Ähnlichkeiten mit heute lebenden Pappnasen der Politik nach fast 2500 Jahren definitiv ausgeschlossen.” Es ist eine recht lange Geschichte, die in zwei Teilen herauskommen wird. Weil ich einen hervorragenden Co-Autor an Bord habe, geht die Arbeit zügig voran. Der erste Band wird im Herbst erscheinen, der zweite im kommenden Jahr.
Damit diese Fiktion aber auch schön authentisch wirkt und ein spannender “Sandalenfilm” dabei herauskommt, ist noch eine kleine Vor-Ort-Recherche in Athen notwendig. Deshalb wird hier in den nächsten Tagen nichts Aktuelles erscheinen. Bis zu meiner Rückkehr können sich die Blogfreunde ja mal Gedanken machen, wie man den Ostrakismos wieder einführen könnte und wen wir eigentlich am Dringendsten loswerden müssten…
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